Zustandsanalysen von Naturrasenspielfeldern

Die Analyse von Sportrasenflächen basiert auf den Vorgaben der DIN 18035 Teil 4 und dem DFL-Arbeitsbuch Greenkeeping. Im Folgenden werden die Messungen und deren Verfahren beschrieben:
1. Wasserdurchlässigkeit
Die Bestimmung der Wasserinfiltrationsrate erfolgt mit einem Doppelring-Infiltrometer. Dabei werden zwei konzentrisch angeordnete Zylinder in die Rasentragschicht eingeschlagen und mit Wasser befüllt. Der äußere Zylinder verhindert seitliches Ausströmen, während die einströmende Wassermenge im inneren Zylinder gemessen wird. Die Messung beginnt nach einer 20-minütigen Vorsättigung und dauert je nach Sickerverhalten 20 Minuten oder bis der Wasserspiegel um 25 mm gesunken ist.

2. Ebenheit
Die Ebenheit wird mithilfe einer 4 m langen Richtlatte überprüft. Diese wird auf die Rasenfläche gelegt, und Abweichungen zwischen der Latte und der Oberfläche werden mit einem Messkeil oder Meterstab ermittelt.

3. Narbendichte
Die projektive Bodendeckung wird mit einem Rahmenquadrat (1 m², unterteilt in 100 kleine Quadrate) nach DIN EN 12231 bestimmt. Durch systematisches Zählen der abgedeckten Quadrate wird die prozentuale Bodenbedeckung ermittelt.

4. Scherfestigkeit
Zur Messung der Scherfestigkeit wird eine Flügelsonde verwendet (DIN 18035–4). Die Sonde misst den Widerstand, der durch die Grasnarbe, das Wurzelwerk und die Bodenstruktur erzeugt wird. Die Messung erfolgt mit einem Flügel von 20 x 40 mm Größe.

5. Verdichtung
Die Messung erfolgt mit einem Penetrometer oder Penetrologger, das senkrecht in den
Boden gestoßen wird. Der gemessene Eindringwiderstand gibt Aufschluss über die Durchlässigkeit des Bodens für Wurzeln, Wasser und Nährstoffe.

6. Bodenfeuchte
Mit einem TDR-Gerät (Time Domain Reflectometry) wird der Volumetrische Wassergehalt (VWC) des Bodens gemessen. Der Sensor erfasst die Bodenfeuchte bis zu einer Tiefe von 12 cm und liefert momentane Werte, die stark von Witterung und Bodenzusammensetzung abhängen.

7. Bodenreaktion (pH-Wert)
Der pH-Wert wird direkt im Boden gemessen. Dieser Wert ist entscheidend für die Verfügbarkeit von Nährstoffen und Mikroelementen für die Pflanzen.
8. Korngrößenverteilung
Die Korngrößenverteilung wird durch Siebanalyse nach DIN 18123 ermittelt. Nach dem Trocknen und Sieben der Bodenproben wird die Massenverteilung der Körnungen grafisch in einer Sieblinie dargestellt.

9. Organische Substanz
Der Glühverlust wird durch das Erhitzen der Bodenproben auf 550 °C bestimmt. Der Massenverlust durch das Verglühen entspricht der Menge an organischer Substanz im Boden.

10. Kalkgehalt
Der Kalkgehalt wird durch Zugabe von Salzsäure gemessen. Dabei wird die Reaktion zwischen Calciumcarbonat und Säure genutzt, um den Gehalt an leicht löslichem Kalk im Boden zu berechnen.
Diese standardisierten Verfahren liefern eine fundierte Grundlage zur Bewertung und Pflege von Naturrasenflächen.